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August 2018: Sherpa - The helping hands of the Himalaya

Wie weit muss man gehen, um dem romantischen Traum des Gipfelstürmers gerecht zu werden und ab wann wird Tourismus zur Ausbeutung? Dieser Frage gehen Christian Greitmann (Regie), Martin Kögel (Art) und Dimosthenis Gkantzos mit ihrer interaktiven Installation Sherpa - The helping hands of the Himalaya nach.

Auf der Oberfläche einer Bergskulptur begeben sich vier Spieler mit ihren abenteuerlustigen Touristen auf die Reise einen Berg zu besteigen. Dabei werden sie tatkräftig von einem Sherpa (Bergführer im Himalaja) unterstützt. Abgesehen vom Wegweisen, Übersetzen und kulturellen Informationen, trägt der Sherpa den Spieler schließlich buchstäblich auf den Gipfel.

Durch real aufgenommene Interviews mit Sherpas erfährt der Spieler über den Alltag und die Schwierigkeiten des Sherpas und kann selbst entscheiden wie weit er geht um den romantischen Traum eines modernen Gipfelstürmers zu erfüllen. Christian Greitmann erfuhr während seines siebenmonatigen Aufenthalt in Nepal, durch Gespräche und Situationen mit nepalesischen Touristenführer (umg. Sherpa), was es bedeutet im Dach der Welt und einem Entwicklungsland den Konsum der Touristen zu stillen.

Oftmals bekommen wir nur die Rekordmeister am Everest mit und bewundern den Mut, Freiheit und ihre Willenskraft, dabei ist von den vielen Helfern, die den Trip in unwirkliche Höhen möglich machen, nie die Rede. Meist völlig unterbezahlt opfern Sherpa ihr Leben für den westlichen Traum und niemand rückt den Fokus auf sie. Trotz vieler Strapazen und harter Arbeit sind Sherpa stolz auf ihr Land, lieben die Natur und weihen jeden Außenstehenden gerne in ihre Welt ein.

Bei der Installation galt es die Balance zwischen Spiel und dokumentarischem Inhalt zu wahren, um ein differenziertes Bild über die Thematik möglich zu machen. Hierbei wird auf eine einfache Interaktion mit der Projektion auf der Bergoberfläche gesetzt. Die Spieler zeichnen auf der Projektion den zulaufenden Weg ein und können an bestimmten Situationen entscheiden, was zu tun ist.

Das Diplomprojekt von Christian Greitmann (Regie), Martin Kögel (Art) und Dimosthenis Gkantzos (Produktion) wird nun auch auf der Siggraph in Vancouver zum ersten Mal öffentlich ausgestellt. Die Finalisierung des Projekts und die Transportfähigkeit der Installation wurde durch die Talent Förderinitiative VR NOW des Animationsinstituts ermöglicht.

Weitere Informationen zum Projekt finden sie auf sherpaproject.net