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Juni 2019: Obolus

Im 2. Jahr des Grundstudiums an der Filmakademie geht es richtig zur Sache: Im 12-wöchigen Setextension Workshop haben die Studierenden aus den verschiedenen Studienschwerpunkten (Animation, Kamera, Szenenbild, etc.) die Gelegenheit einen eigenen VFX-Kurzfilm zu produzieren. Von der Idee bis zur Umsetzung arbeitet das Team interdisziplinär zusammen. Gedreht wird vor Greenscreen, um so in der Postproduktion das physische Set digital mit 3D-Computermodellen, Animation und Effekten zu erweitern. Heraus kommt dann ein visueller Hingucker wie Obolus.

von Marvin Sprengel

"Ich bin Marvin und habe am Setextension Workshop, aus dem Obolus hervorging, teilgenommen und Regie geführt. Nachdem ich im ersten Jahr des Grundstudiums nur sporadisch an Animationsprojekten mitarbeiten konnte, war ich Feuer und Flamme für das erste Projekt, das meinem Fokus für visuelle Effekte entsprach! Das Herzstück des Workshops ist für mich die Zusammenarbeit der Animationscrew mit den Szenenbild- und Kamerastudierenden, die von Anfang an mit im Boot waren. Neben Equipment und Software wurden uns außerdem super Betreuer aus der Industrie zur Seite gestellt, die uns in allen Phasen beraten und unterstützt haben.

Besonders schön finde ich, dass dieser Rahmen von allen Beteiligten als gemeinsames Experiment angesehen wurde und es bis zum Schluss eine mutige Angelegenheit geblieben ist. Natürlich ist bei so einer Konstellation und der Teamgröße die Ideenfindung brutal knifflig. Dadurch merkt man aber schnell, dass man nur vorankommt, wenn man Interessen und Prämissen verschiedener Geschmäcker in der eigenen Arbeit berücksichtigt. Am Ende wurde für jedes Gewerk Freiraum zum Ausprobieren geschaffen und das war wirklich unabdingbar für die Motivation.

Als sich dann der gemeinsame Nenner in Sachen Idee und Konzept gefunden hatte und wir ein dunkles und mystisches Ritual in einem futuristischen aber heruntergekommenem Heiligtum erzählen wollten, stellte sich die Frage: ”Wer macht was und wie machen wir das überhaupt?”. Unsere Tempelanlage, in der alles spielen sollte, wurde dann in Digital- und Realelemente zwischen Szenenbild und Animation aufgeteilt, um dann in Absprache mit dem Kamerateam auszubalancieren, wie viel Platz im Studio dafür eingenommen werden kann. Greenscreen, Licht und Kameraequipment brauchten schließlich auch Raum.

Jede Phase der Raumplanung wurde direkt in den digitalen Raum übertragen und für die Previsualisierung hergenommen. Durch die Previs wusste jeder wovon geredet wurde. Zwar eine sehr universelle Regel, aber man muss an dieser Stelle doch wieder betonen, dass Kommunikation der Schlüssel ist.

Für den Workshop war nur ein Drehtag vorgesehen und je näher dieser kam, desto spannender wurde das Ganze. Ich war schon wirklich sehr aus dem Häuschen in der letzten Woche vor dem Dreh, aber genauso glücklich über den letztendlichen Ablauf. Aber was hätte denn auch schon schieflaufen können? Verständlicherweise wurde uns von Betreuerseite öfters ans Herz gelegt das Pensum zu verringern. Im Grunde haben wir echt Glück gehabt, dass uns die Anzahl der Darstellerinnen und Darsteller sowie der Einstellungen nicht über den Kopf gewachsen sind. Im Prozess ist man natürlich beratungsresistent und möchte im Sinne des Teams und des Films immer noch eine Schippe drauflegen. Das war riskant, hat sich am Ende aber ausgezahlt. Diese Mentalität und Energie hat sich tatsächlich von der Idee bis zur Abgabe gehalten und ich bin stolz sagen zu können, dass wir trotz vieler Sprünge ins kalte Wasser aus diesem Workshop unseren Film Obolus gezaubert haben."

Team:

Regie: Marvin Sprengel, Steffen Oberle
Bildgestaltung/Kamera: Julian Steiner, Marc Angele, Max Christmann
VFX Supervisor: Maximilian Auer
Filmmusik: Andreas Pfeiffer
Sounddesign: Simon Seufert, Lena Beck
Schnitt: Elena Schmidt
Visual Artist: Enzio Probst, Dominik Schön, Lucas Bruchhage, Mariia Prokopenko, Elias Kremer
Szenenbild: Arthur Moussari-Wagner, Maike Kiefer, Leonie Lieberherr, Susanne Gartner, Andreas Pfeiffer, Marian Korenika, Frederik Felkner, Leo Dinkelacker, Yehia Abouzaid
Producer: Toufik Abdedaim, Helge Forler, Malte Stehr