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Januar 2019: Citipati

In Citipati (Regie: Andreas Feix | Producer: Francesco Faranna) begleiten wir einen Dinosaurier in seinen letzten Momenten. In einer unwirtlichen Welt erliegt er den Folgen von Erschöpfung und seinen Verletzungen. Mit seinem letzten Atemzug entfaltet sich seine Gedankenwelt und seine letzten Eindrücke verschmelzen sich mit Erinnerungen zu einem ganz persönlichen Ende. Regisseur Andreas Feix erzählt uns von der Entstehungsgeschichte des Films und was danach passierte.

"Als jemand, der sich schon als junger Bub mit Sauriern beschäftigt hat und durch die Jurassic- Park-Reihe seine Begeisterung für Filme entdeckte, ist es dann nicht weiter verwunderlich, dass sich in meinem Abschlussfilm alles um einen Dinosaurier drehen würde. Der Saurier-Einfluss hatte jedenfalls schon in früheren Projekten an der Filmakademie entsprechend Spuren hinterlassen, und erste Ideen für einen prähistorischen Kurzfilm formten sich bereits auf halbem Weg durchs Studium.

Ein anfängliches Konzept sah noch vor, einen unbeholfenen Eierdieb im Cartoon-Stil zu inszenieren, ehe sich die zweite Iteration stattdessen auf den letzten, tragischen Moment eines der letzten Dinosaurier konzentrierte. Obwohl das Hauptaugenmerk dabei auf einer bildgewaltigen Inszenierung lag, wurde in einer weiteren Revision des Konzepts der Dinosaurier selbst und sein Überlebenskampf in den Vordergrund gerückt, was dem Film dann den emotionalen Kern gab. Der Hauptcharakter blieb dagegen von der ersten Idee an unverändert, basierend auf der gleichnamigen echten Spezies Citipati - was dem Film schlussendlich zu seinem Titel verhalf.

Sowohl mir als auch Francesco war ziemlich schnell klar, dass das Projekt ein paar sehr hohe Ansprüche stellen würde: Nicht nur, was den gewünschten Realismus für die Optik & Animation anging, sondern auch, dass der Film in Stereo 3D umgesetzt werden sollte – und am Ende sogar fast im Alleingang. Der Schwerpunkt in der Produktion lag daher durchgehend auf Effizienz, egal welche Disziplin: Zum Beispiel wurden viele der Animations- & Oberflächendetails für den Charakter & die Umgebung automatisiert, oder prozedual generiert. Später dann hatte ich das Glück, Unterstützung von meiner Kollegin Natalia Freitas zu bekommen, die sich die Texturen des Sauriers sowie anderer Nebencharaktere kümmerte.

Die Animation des Films wurde frühstmöglich in einer kurzen, aber intensiven Periode von zehn Wochen am Stück produziert, um einen ersten Picture Lock zu erreichen, und um Musik & Ton genügend Zeit für ihre Arbeit zu geben. Ein besonderes Highlight während der Postproduktion war ausserdem ein mehrtägiger Trip nach Babelsberg, um die orchestrale Einspielung der Filmmusik durch den Komponisten live mitzuverfolgen.

Obwohl schon in der Produktionsphase ein wenig Hoffnung war, dass Citipati eine positive Resonanz bekommen möge, so konnten wir uns dieses Ausmaß nicht erträumen: Der Film gewann zu unserer Überraschung zwei der höchsten Auszeichnungen in der Branche - einen VES-Award sowie einen Annie-Award, was einzigartig ist. Darüber hinaus konnte er weltweit viele weitere Auszeichnungen und bis zu 160 Festivalauftritte als Erfolg verbuchen. Das wiederum hat natürlich auch zu Aufmerksamkeit in der VFX-Welt geführt, weswegen ich nun seit einigen Jahren in London arbeite und schon bei mehreren bekannten VFX-Studios an großen Hollywoodfilmen mitwirken durfte. Darunter zählt der neueste Teil aus der Jurassic-Park-Filmreihe, und mit etwas Glück war es noch nicht das letzte Mal gewesen ..."

 

Team:

Director: Andreas Feix
Producer: Francesco Faranna
Production Assistant: Francesco de Tulio
Texturing: Natalia Alencar
Concept/Artwork: Manolya Külköylü
Concept/Artwork: Pia Auteried
Typography: Agon Ushaku
Film Music: Petteri Sainio
Sound Design: Michael Böger
Foley Artist: Luis Schöffend
Additional Sound Mixing: Adriana Espinal Ortiz
Additional Sound Mixing: Marvin Keil