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March 2018: Electrofly

Unsere Alumna Natalia Freitas begann ihre Karriere im 2D-Bereich. In ihrem Diplomprojekt Electrofly (Director: Natalia Freitas | Producer: Mareike Keller) brachte sie diese Kenntnisse gekonnt ein und schuf eine spannende Mischung aus 2D, 3D und Realfilm. Wie der Dreh verlief, erzählt euch Natalia hier selbst!

2012, als ich mein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg angefangen habe, war es mein Ziel, ein besserer 3D Artist zu werden. Vor der Filmakademie habe ich bereits einen Bachelor in Classical Animation abgeschlossen und 6 Jahre meines Lebens damit gearbeitet. Ehrlich gesagt wollte ich keine 2D Animation mehr machen, weil es für mich beruflich nicht mehr interessant war. Als Quereinstiegsstudentin am Animationsinstitut habe ich an über 15 studentischen Projekten als 3D Artist gearbeitet (Citipati, Wrapped, The Present, Amour Fou, usw). Gegen Ende 2013 hatte ich eine kleine Filmidee und dachte mir, es würde besser in 2D funktionieren. Die Mischung von mehreren Filmtechniken hat schon immer meine Aufmerksamkeit erregt. Electrofly ist eine Interaktion zwischen 2D + 3D Animation und Realfilmaufnahmen.

Die Umsetzung dauerte insgesamt etwa 6 oder 8 Monate. Ohne meine Produzentin Mareike Keller, die alles gut organisiert hat, hätte ich es nicht geschafft. Das Schwierigste waren die Realfilmaufnahmen unseres Filmhintergrunds. Wir haben es in drei Nächten gefilmt. Es war sehr kalt und das Set sehr schmutzig (eine Toilette bei der alten Jägerhofkaserne in Ludwigsburg). Das war eine gute Herausforderung für uns, da wir sonst immer nur vor dem Computer sitzen. Nachdem unser Filmdreh fertig war, waren wir bereit für unsere finale Animation und das Compositing. Jeden Tag habe ich zwischen meinen anderen 3D-Projekten ein bisschen für Electrofly animiert und dabei haben mir andere Studierende auch sehr viel geholfen. Ich habe die zwei Hauptfiguren animiert (Katze & Huhn) und die anderen Hintergrundanimationen habe ich von vielen Kollegen aus Deutschland und Brasilien bekommen (unter anderem Stücke von anderen Filmen oder aus Animationsübungen).
"Eine Hand wäscht die andere": Da ich vielen Kameraden der Filmakademie zuvor geholfen hatte, bekam ich Hilfe zurück!
Außerdem fragte mich Professor Andreas Hykade: "Was können wir in dem Film sehen, das deine Heimat Brasilien repräsentiert?" Daher dachte ich, es wäre schön einen brasilianischen Soundtrack zu haben. Wir haben eine "Forro"-Groupe aus Karlsruhe online gefunden und die Jungs haben für uns die Musik gespielt. Es war eine schöne Zeit!