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| Gemeinsame Pressemitteilung der Filmakademie, des Animationsinstituts und der ADK: Eröffnung des Studienjahrs 2018/2019 auf dem Campus Ludwigsburg mit Oscar-Preisträger Jan Pinkava und dem Zentrum für Politische Schönheit

Ludwigsburg, 25. September 2018.

Das Studienjahr 2018/2019 am Campus Ludwigsburg ist eröffnet. Die vier Institutionen Filmakademie Baden-Württemberg, Animationsinstitut, Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK) und Atelier Ludwigsburg-Paris starteten am gestrigen Montag, 24. September 2018, mit der Campuswoche, die die neuen Studierenden willkommen heißt.

In ihren Begrüßungsansprachen hatten sich die drei Leiter die Themen Vielfalt, Respekt und Internationalisierung auf die Fahnen geschrieben. Prof. Dr. Elisabeth Schweeger, Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der ADK, betonte die Notwendigkeit für angehende Kunstschaffende, besonders in den heutigen stürmischen Zeiten, Haltung zu beziehen, zu sich selbst und zu gesellschaftlichen Vorgängen. Wer sich für die Kunst entscheide, wisse, dass er/sie eine Art Seismograph für gesellschaftliche Zustände sei. Nur die Vielfalt der Welt, das Zusammenwirken vieler unterschiedlicher Persönlichkeiten, stärke die Gesellschaft und schaffe Neues, Weiterbringendes für die Zukunft. Prof. Thomas Schadt, Geschäftsführer der Filmakademie BW, gab den Studierenden drei Punkte mit auf den Studienweg: eine Forderung, einen Wunsch und ein Dogma. Seine Forderung lautet Respekt in jeglicher Hinsicht. Sein Wunsch ist, dass sich die Studierenden seelisch, intellektuell und mit ihren Herzen öffnen und die Zeit an der Filmakademie als einen Entwicklungsprozess ins Offene begreifen. Das Dogma schließlich bedeutet, dass es an der Filmschule keines gibt - außer dem unbedingten Streben nach Qualität. Prof. Andreas Hykade, Leiter des Animationsinstituts, hob die Internationalisierung des Campus Ludwigsburg hervor, indem er seine Begrüßungsansprache auf Englisch hielt. Diese Internationalisierung sei wichtig, um mehr und mehr Lehrende und Studierende aus der ganzen Welt hier zusammenzubringen. Englisch werde als gemeinsame Sprache genutzt, und davon könnten alle profitieren.

Die Eröffnungsrede für das neue Studienjahr hielt der Oscar-prämierte Jan Pinkava, Ikone und Grenzgänger in der Welt des Films, mit einem Einblick in seine facettenreiche Arbeit als Autor, Regisseur und Computeranimator. Aktuell setzt er sich als Creative Director bei Google Spotlight Stories mit neuen Formen des immersiven und interaktiven Storytellings für Mobile und Virtual Reality auseinander. Dabei stellte er unter anderem sein aktuelles Werk Piggy vor. Außerdem nannte er die Künstler, die ihn und seine Arbeit beeinflussten, darunter den tschechischen Animationskünstler Jirí Trnka, Monty Python, den britischen Animationsfilmer Bob Godfrey und den kanadischen Trickfilmregisseur Norman McLaren.

Jan Pinkava gab den Studierenden jede Menge Erfahrungswerte für ihre Arbeit mit auf den Weg. So sagte er über Storytelling bei Virtual Reality: „Jemand sagte einmal, dass das Leben eine Erfahrung nach der anderen ist, und so erleben wir die Dinge. Selbst in einer sogenannten nichtlinearen Geschichte ist jede einzelne Erfahrung linear. Je mehr Optionen es gibt, desto mehr Arbeit haben wir zu erledigen. Wenn wir dem Publikum Wahlmöglichkeiten anbieten, ist es unsere Aufgabe, jede Wahl zu einer guten zu machen, so dass jede Erfahrung zu einer guten Geschichte wird. Deshalb ist diese Sache so schwierig.

Der in Prag geborene, britisch-tschechische Jan Pinkava interessierte sich schon früh für Musik, Theater und Bildhauerei. Anfang der 1990er Jahre arbeitete Pinkava für die Pixar Animation Studios u. a. an Das große Krabbeln und Toy Story 2. Als Regisseur und Drehbuchautor gewann er 1998 mit dem Film Geri’s Game einen Oscar in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm. Ratatouille – Pinkava war als Co-Regisseur und Autor tätig – wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit einem Oscar für den besten Animationsfilm.

Die Eröffnungsveranstaltung war der Startschuss für die Campuswoche. Unter dem Titel „Haltung zeigen“ findet darüber hinaus ein viertägiger Workshop unter der Leitung von Cesy Leonard – Künstlerin, Filmemacherin und Teil des kreativen Kernteams des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS) – statt. Zusammen mit Gastlehrenden und rund 120 Erstsemestern der ADK und der Filmakademie mit ihrem Animationsinstitut geht sie in zwölf Arbeitsgruppen auf Recherche. Gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern des ZPS – bekannt für seine künstlerischen und politischen Interventionen meist im öffentlichen Raum – und bedeutenden/ bestechenden Zeitzeug*innen aus unterschiedlichen Bereichen erarbeiten die Studierenden akute Werke, die sich mit dem Thema „Haltung zeigen“ auseinandersetzen. Am letzten Tag werden die Ergebnisse unter anderem in Form von Performances, Theater, Hörspielen, Videogames und Animationen an der Filmakademie intern präsentiert.

www.filmakademie.de

www.animationsinstitut.de

www.adk-bw.de